
Im Thurnauer Land
Neudorf - Berndorf - Thurnau - Heubsch - Kasendorf - Hornschuch-Weg-
Friesenquelle-Magnusturm - Neudorf
Anfahrt - A 70 bis Ausfahrt Schirradorf, links Richtung Kasendorf,
Kreuzung hinter Welschenkahl rechts, nach 1 km rechts Abzweigung nach Neudorf
Parken - Wanderparkplatz links vor Ortsschild
Neudorf - Berndorf - Thurnau - 5 km - 1 1/2 Stdn.
Vom Parkplatz geht man links in die Ortschaft, durchquert sie und
zweigt vor einer Scheune rechts (roter Ring) ab. An der Gabelung links,
vorbei an einer ausgebauten Scheune (Grillstation) dem Teersträßchen
geradeaus folgen. Vor der Rechtskurve links in Feldweg und durch die Waldnase,
dahinter geradeaus über die Lichtung zum Waldrand. Daran rechts abwärts, Blick
öffnet sich, unten rauscht der Autobahnverkehr vorbei, über der A 70
erkennt man von rechts Menchau, Berndorf und Limmersdorf.
Man geht weiter bergab, am Waldende erblickt man Thurnau, dahinter die
Plassenburg, unterquert die BAB, überschreitet die Kreisstraße
und zieht nach Berndorf ein. Links und geradeaus kommt man zur evang.
Kirche, welche einen Besuch wert ist. Links oberhalb der Kirche steht
das Pfarrhaus, das Geburtshaus von Karl Linde, dem Erfinder
der Eismaschine.
Von der Kirche geht man rechts, über das Bächlein und
dahinter links an ihm entlang. Auf dem Fußweg geht es unter der BAB
hindurch, vorbei an der Wiesenmühle, wo noch ein altes Mühlrad
erhalten und zu bewundern ist. Weiter geradeaus, Kreisstraße überqueren, am Sportplatz
vorbei, über Parkplatz, durch Brückenbogen, über Bach zum Schlossweiher
und -park von Thurnau. Dann rechts Am Damm aufwärts, um
das Schloss zur evang. Kirche. Abwärts zum Neptunbrunnen
(Gabelmann), rechts in Jägerstraße. und geradeaus ans Ortsende.
Thurnau - Heubsch - Kasendorf - 4 km - 1 Std.
Rechts in Kulmbacher Straße, nach 150 m links Heubscher Weg
aufwärts. Am Golfplatz vorbei zur Anhöhe, dann leicht fallend hinunter
nach Heubsch (Markierung rotes V). Im Ort 1.Straße links,
Querstraße links am Wirtshaus Herold vorbei aus dem Dorf. Am Friesenbach
entlang, über ehemalige Bahnstrecke, jetzt Radweg, Sportplatzstraße
geradeaus, Thurnauer Straße rechts hinein nach Kasendorf.
Kasendorf - Fritz-Hornschuchweg - Friesenquelle - Magnusturm - Neudorf - 9
km - 2 1/2 Stdn.
Vom Markt mit Herkulesbrunnen zieht man die Kulmbacher
Straße ortsauswärts, am ehemaligen Bahnhof vorbei zum Radweg.
Nun links, nach 50 m wiederum links über Stufen in den Wald, wo es von Hügelgräbern
wimmelt (Info-Tafeln). Man folgt der blau-weißen Markierung des Fritz-Hornschuch-Naturpfades
durch den Wald, verläßt ihn nach links und kommt an die Straße nach Lindenberg.
Auf dieser rechts aufwärts, nach ca. 50 m links in den geologischen Teil des
Pfades, bergauf zum Prelitz.
Von der Lichtung oberhalb des Wäldchen kann man links über Kasendorf
zum Magnusturm und rückwärts nach Kulmbach und zur Plassenburg
blicken. An der Kreuzung steigt man rechts weiter bergauf, unter der
Hochspannungsleitung hindurch, hier reicht der Blick bis zum Fichtelgebirge
(Panoramatafel). Weiter leicht ansteigend erreicht man die Waldecke, hier links
und auf einem Pfad über Treppen ab- und aufwärts, unter Felsenwänden entlang
zur Straße nach Zultenberg.
Überqueren, Richtung Reuth weiterwandern, nach 300m vor Anstieg links
in Feldweg, nach weiteren 150 m links in Wald. Ein Rundweg führt in eine kleine
Schlucht mit dem Felsentor. Zurück am Weg links, im Wald Gabelung links,
bei Futterstelle links am Waldrand entlang, rechts der Ort Reuth. Bald
führt eine Treppe abwärts, links in den talwärts führenden Weg, an Gabelung
rechts, auf Trimm-Dich-Pfad hinauf zur Albrandhochfläche und am Rand
entlang.
Bei der Pfadgabelung links zu einem Aussichtspunkt, über Treppen
hinab zum Sonnentempel und weiter abwärts. Bei Ruhebank Querweg rechts,
am Waldrand entlang zur alten Reuther Straße, diese aufwärts bis zur
Kreuzung, nun links und abwärts zur Friesenquelle. Auf der Bamberger
Straße links nach Kasendorf, rechts in Friesenmühlweg,
mit Markierung Roter Querstrich und weiß-blau steigt man hoch zum
Magnusturm, der nochmals einen herrlichen Ausblick bietet. Dann abwärts,
mit Weg um Waldecke zum Verbindungsweg nach Neudorf. Links einbiegen,
bergauf, an Gabelung rechts in wenigen Minuten zum Parkplatz.
Aussichtsreiche Wanderung, 1. Teil leicht und reich an Geschichte; 2. Teil
durch wechselnde Steigungen und Abstiege etwas anstrengend. Länge ca. 18 km.
Einkehrmöglichkeiten:
Neudorf - Gasthaus Häusinger
Thurnau - Schorrmühle, Weißes Roß
Heubsch - Landgasthaus Herold
Kasendorf - Goldener Anker, Gasthof Friedrich, Grüner Baum, Gasthaus Weiß.
Sehenswertes:
- Neudorf, auf der Albhochfläche, die Bergkante am Neudorfer Lindle
ist einer der schönsten Punkte am Albrand, leider verwachsen. Der Punkt liegt
höher als der nahe Turmberg.
- Berndorf, 1188 erstmals urkundlich erwähnt, im Besitz der Förtsche
von Thurnau, 1564 an die Herren von Künsberg und von Giech, ab 1576 nur an die
von Giech. Seit 1400 muß es eine St. Leonhardskapelle gegeben haben, an der
Stelle der heutigen Kirche stand eine andere Kapelle, die 1586 und 1614
erweitert wurde. Die beiden ältesten Glocken stammen aus dieser Kirche. 1567
eigene Pfarrei, kurz vor dem 30.jhr. Krieg (1618 - 1648) wurde das Pfarrhaus
erbaut. Im Pestjahr 1634 blieben nur fünf Personen im Pfarrsprengel übrig. Die
heutige Kirche entstand 1764-66 unter Gräflich Giech'schem Patronat und wurde
am Michaelstag 1766 eingeweiht. Architekt war Joh. Thomas Nißler. Süd- und
Westportal mit Wappen. Reicher Stuck im Innern, Altar, Kanzel und Orgel
übereinander, gegenüber der Orgel ein Herrenstand. Das Giech'sche Wappentier,
der Schwan, ist auch auf der Turmspitze zu sehen. Am 11. Juni 1842 wurde in
Berndorf der Pfarrersohn Karl Linde, der Erfinder der Luftverflüssigungs- und
Eismaschinen, als drittes von neun Kindern geboren.
- Wiesenmühle, unterhalb Berndorf am Aubach, altes Mühlrad noch
erhalten.
- Thurnau, berühmt durch sein Töpferhandwerk und die Herren von
Giech, die hier ein Schloss besitzen. Es ist im Renaissancestil erbaut,
wirkungsvoll die flankierenden Türme mit welscher Haube, einer mit Zeltdach.
Ältester Bau die sogenannte Kemenate (13.Jh.), weiter der Hans-Georgen-Bau
(1658), der Karl-Maximilians Bau (1729/31), das Kutschenhaus (1787).
Ein gedeckter Gang führt aus dem Schloss über die Straße zur Kirche, St.
Lorenz geweiht. Am Spitzhelm Schlaguhr. Im Innern Deckengemälde (1703) von
Gabriel Schreyer, Blumen- und Rankenschmuck von Bernardo Quadri, Altar von Elias
Räntz, darüber das Wappen Künßberg-Lützelberg von Genien gehalten, Originalfassung
von Joh. Gabriel Räntz. Zweigeschossige Hofloge, da zwei Herrschaften im Schloss.
Viele Grabmäler der Grafen.
Am Markt Neptunbrunnen (Räntz), Schlosspark mit alten Bäumen, Steinbänken,
Wärmhaus und Schwanenteich.
Noch 3 Töpferwerkstätten, um 1900 waren es 70 Töpfer. Töpfermuseum neben
der Kirche, ehemalige Lateinschule.
- Heubsch, das interessanteste Haus, die ehemalige Papiermühle (1767)
auch Schleichersmühle nach dem Besitzer genannt, Papierherstellung von 1710 -
1889.
- Kasendorf, Markt, 850 Einwohner, erstmals erwähnt 1286: Kazendorf
(nach Personennamen Cazo oder Kasimir); Kirche: nach mündlicher Überlieferung
Kilianskirche (St. Johanni), gotischen Ursprungs 1492, Langhaus nach 1700;
Vierröhriger Herkulesbrunnen am Markplatz (1737), mit Hohenzollernschild und
Wappen des Marktes, einer Wildkatze; Ehemaliges markgräfliches Rentamt von 1730
gegenüber Kirchhofeingang; Rathaus: Mitte 18. Jh., Hinweistafel zur
Ortsgeschichte.
- Fritz-Hornschuch-Naturpfad, benannt nach dem Begründer der
Kulmbacher Spinnerei, Geheimrat F. H.; Rundwanderweg um Kasendorf,
speichenartige Verbindungswege zum Ort, 1936 angelegt. - Hinweistafeln über
Geologie, Botanik, Vor- und Frühgeschichte, Ruhebänke, Beginn Pfarrwald.
- Pfarrwald, Laubholzflora; Friedhof aus der Hallstattzeit (700-450 v.
Chr.), 79 Hügelgräber. Grabungen 1934/35 ergaben Leichen- und
Brandbestattungen, Grabbeilagen im Museum Kulmbach.
- Friesenquelle, starke Karstquelle unterhalb des Jurasteilhanges,
Schüttung 400 Liter in der Sekunde.
- Turmberg, 498 m ü. M. mit Magnusturm, 1300 m lange Ringwallanlage
der früheren Latenezeit (550-400 v. Chr.), umschloss 14 ha Siedlungsland; auf
der Hochfläche weitere Befestigungen, kleine mittelalterliche Kernburg;
zahlreiche Siedlungsfunde 9.-11. Jh., Tuffquadermauer 12. Jh.
- Magnusturm, 1498 als Wart- und Signalturm neu errichtet,
Verbindungsglied zwischen Rehberg/Kulmbach und Burg Zwernitz; 3,80 m dicke
Mauer, Turmumfang 40 m, Höhe 20 m, ursprünglicher Einstieg auf halber Höhe.
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