10.09.2010, 23:28 Uhr
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Im Thurnauer Land

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Neudorf - Berndorf - Thurnau - Heubsch - Kasendorf - Hornschuch-Weg- Friesenquelle-Magnusturm - Neudorf

Anfahrt - A 70 bis Ausfahrt Schirradorf, links Richtung Kasendorf, Kreuzung hinter Welschenkahl rechts, nach 1 km rechts Abzweigung nach Neudorf

Parken - Wanderparkplatz links vor Ortsschild

Neudorf - Berndorf - Thurnau - 5 km - 1 1/2 Stdn.

Vom Parkplatz geht man links in die Ortschaft, durchquert sie und zweigt vor einer Scheune rechts (roter Ring) ab. An der Gabelung links, vorbei an einer ausgebauten Scheune (Grillstation) dem Teersträßchen geradeaus folgen. Vor der Rechtskurve links in Feldweg und durch die Waldnase, dahinter geradeaus über die Lichtung zum Waldrand. Daran rechts abwärts, Blick öffnet sich, unten rauscht der Autobahnverkehr vorbei, über der A 70 erkennt man von rechts Menchau, Berndorf und Limmersdorf.

Man geht weiter bergab, am Waldende erblickt man Thurnau, dahinter die Plassenburg, unterquert die BAB, überschreitet die Kreisstraße und zieht nach Berndorf ein. Links und geradeaus kommt man zur evang. Kirche, welche einen Besuch wert ist. Links oberhalb der Kirche steht das Pfarrhaus, das Geburtshaus von Karl Linde, dem Erfinder der Eismaschine.

Von der Kirche geht man rechts, über das Bächlein und dahinter links an ihm entlang. Auf dem Fußweg geht es unter der BAB hindurch, vorbei an der Wiesenmühle, wo noch ein altes Mühlrad erhalten und zu bewundern ist. Weiter geradeaus, Kreisstraße überqueren, am Sportplatz vorbei, über Parkplatz, durch Brückenbogen, über Bach zum Schlossweiher und -park von Thurnau. Dann rechts Am Damm aufwärts, um das Schloss zur evang. Kirche. Abwärts zum Neptunbrunnen (Gabelmann), rechts in Jägerstraße. und geradeaus ans Ortsende.

Thurnau - Heubsch - Kasendorf - 4 km - 1 Std.

Rechts in Kulmbacher Straße, nach 150 m links Heubscher Weg aufwärts. Am Golfplatz vorbei zur Anhöhe, dann leicht fallend hinunter nach Heubsch (Markierung rotes V). Im Ort 1.Straße links, Querstraße links am Wirtshaus Herold vorbei aus dem Dorf. Am Friesenbach entlang, über ehemalige Bahnstrecke, jetzt Radweg, Sportplatzstraße geradeaus, Thurnauer Straße rechts hinein nach Kasendorf.

Kasendorf - Fritz-Hornschuchweg - Friesenquelle - Magnusturm - Neudorf - 9 km - 2 1/2 Stdn.

Vom Markt mit Herkulesbrunnen zieht man die Kulmbacher Straße ortsauswärts, am ehemaligen Bahnhof vorbei zum Radweg. Nun links, nach 50 m wiederum links über Stufen in den Wald, wo es von Hügelgräbern wimmelt (Info-Tafeln). Man folgt der blau-weißen Markierung des Fritz-Hornschuch-Naturpfades durch den Wald, verläßt ihn nach links und kommt an die Straße nach Lindenberg. Auf dieser rechts aufwärts, nach ca. 50 m links in den geologischen Teil des Pfades, bergauf zum Prelitz.

Von der Lichtung oberhalb des Wäldchen kann man links über Kasendorf zum Magnusturm und rückwärts nach Kulmbach und zur Plassenburg blicken. An der Kreuzung steigt man rechts weiter bergauf, unter der Hochspannungsleitung hindurch, hier reicht der Blick bis zum Fichtelgebirge (Panoramatafel). Weiter leicht ansteigend erreicht man die Waldecke, hier links und auf einem Pfad über Treppen ab- und aufwärts, unter Felsenwänden entlang zur Straße nach Zultenberg.

Überqueren, Richtung Reuth weiterwandern, nach 300m vor Anstieg links in Feldweg, nach weiteren 150 m links in Wald. Ein Rundweg führt in eine kleine Schlucht mit dem Felsentor. Zurück am Weg links, im Wald Gabelung links, bei Futterstelle links am Waldrand entlang, rechts der Ort Reuth. Bald führt eine Treppe abwärts, links in den talwärts führenden Weg, an Gabelung rechts, auf Trimm-Dich-Pfad hinauf zur Albrandhochfläche und am Rand entlang.

Bei der Pfadgabelung links zu einem Aussichtspunkt, über Treppen hinab zum Sonnentempel und weiter abwärts. Bei Ruhebank Querweg rechts, am Waldrand entlang zur alten Reuther Straße, diese aufwärts bis zur Kreuzung, nun links und abwärts zur Friesenquelle. Auf der Bamberger Straße links nach Kasendorf, rechts in Friesenmühlweg, mit Markierung Roter Querstrich und weiß-blau steigt man hoch zum Magnusturm, der nochmals einen herrlichen Ausblick bietet. Dann abwärts, mit Weg um Waldecke zum Verbindungsweg nach Neudorf. Links einbiegen, bergauf, an Gabelung rechts in wenigen Minuten zum Parkplatz.

Aussichtsreiche Wanderung, 1. Teil leicht und reich an Geschichte; 2. Teil durch wechselnde Steigungen und Abstiege etwas anstrengend. Länge ca. 18 km.

Einkehrmöglichkeiten:

Neudorf - Gasthaus Häusinger

Thurnau - Schorrmühle, Weißes Roß

Heubsch - Landgasthaus Herold

Kasendorf - Goldener Anker, Gasthof Friedrich, Grüner Baum, Gasthaus Weiß.

Sehenswertes:

- Neudorf, auf der Albhochfläche, die Bergkante am Neudorfer Lindle ist einer der schönsten Punkte am Albrand, leider verwachsen. Der Punkt liegt höher als der nahe Turmberg.

- Berndorf, 1188 erstmals urkundlich erwähnt, im Besitz der Förtsche von Thurnau, 1564 an die Herren von Künsberg und von Giech, ab 1576 nur an die von Giech. Seit 1400 muß es eine St. Leonhardskapelle gegeben haben, an der Stelle der heutigen Kirche stand eine andere Kapelle, die 1586 und 1614 erweitert wurde. Die beiden ältesten Glocken stammen aus dieser Kirche. 1567 eigene Pfarrei, kurz vor dem 30.jhr. Krieg (1618 - 1648) wurde das Pfarrhaus erbaut. Im Pestjahr 1634 blieben nur fünf Personen im Pfarrsprengel übrig. Die heutige Kirche entstand 1764-66 unter Gräflich Giech'schem Patronat und wurde am Michaelstag 1766 eingeweiht. Architekt war Joh. Thomas Nißler. Süd- und Westportal mit Wappen. Reicher Stuck im Innern, Altar, Kanzel und Orgel übereinander, gegenüber der Orgel ein Herrenstand. Das Giech'sche Wappentier, der Schwan, ist auch auf der Turmspitze zu sehen. Am 11. Juni 1842 wurde in Berndorf der Pfarrersohn Karl Linde, der Erfinder der Luftverflüssigungs- und Eismaschinen, als drittes von neun Kindern geboren.

- Wiesenmühle, unterhalb Berndorf am Aubach, altes Mühlrad noch erhalten.

- Thurnau, berühmt durch sein Töpferhandwerk und die Herren von Giech, die hier ein Schloss besitzen. Es ist im Renaissancestil erbaut, wirkungsvoll die flankierenden Türme mit welscher Haube, einer mit Zeltdach. Ältester Bau die sogenannte Kemenate (13.Jh.), weiter der Hans-Georgen-Bau (1658), der Karl-Maximilians Bau (1729/31), das Kutschenhaus (1787).

Ein gedeckter Gang führt aus dem Schloss über die Straße zur Kirche, St. Lorenz geweiht. Am Spitzhelm Schlaguhr. Im Innern Deckengemälde (1703) von Gabriel Schreyer, Blumen- und Rankenschmuck von Bernardo Quadri, Altar von Elias Räntz, darüber das Wappen Künßberg-Lützelberg von Genien gehalten, Originalfassung von Joh. Gabriel Räntz. Zweigeschossige Hofloge, da zwei Herrschaften im Schloss. Viele Grabmäler der Grafen.

Am Markt Neptunbrunnen (Räntz), Schlosspark mit alten Bäumen, Steinbänken, Wärmhaus und Schwanenteich.

Noch 3 Töpferwerkstätten, um 1900 waren es 70 Töpfer. Töpfermuseum neben der Kirche, ehemalige Lateinschule.

- Heubsch, das interessanteste Haus, die ehemalige Papiermühle (1767) auch Schleichersmühle nach dem Besitzer genannt, Papierherstellung von 1710 - 1889.

- Kasendorf, Markt, 850 Einwohner, erstmals erwähnt 1286: Kazendorf (nach Personennamen Cazo oder Kasimir); Kirche: nach mündlicher Überlieferung Kilianskirche (St. Johanni), gotischen Ursprungs 1492, Langhaus nach 1700; Vierröhriger Herkulesbrunnen am Markplatz (1737), mit Hohenzollernschild und Wappen des Marktes, einer Wildkatze; Ehemaliges markgräfliches Rentamt von 1730 gegenüber Kirchhofeingang; Rathaus: Mitte 18. Jh., Hinweistafel zur Ortsgeschichte.

- Fritz-Hornschuch-Naturpfad, benannt nach dem Begründer der Kulmbacher Spinnerei, Geheimrat F. H.; Rundwanderweg um Kasendorf, speichenartige Verbindungswege zum Ort, 1936 angelegt. - Hinweistafeln über Geologie, Botanik, Vor- und Frühgeschichte, Ruhebänke, Beginn Pfarrwald.

- Pfarrwald, Laubholzflora; Friedhof aus der Hallstattzeit (700-450 v. Chr.), 79 Hügelgräber. Grabungen 1934/35 ergaben Leichen- und Brandbestattungen, Grabbeilagen im Museum Kulmbach.

- Friesenquelle, starke Karstquelle unterhalb des Jurasteilhanges, Schüttung 400 Liter in der Sekunde.

- Turmberg, 498 m ü. M. mit Magnusturm, 1300 m lange Ringwallanlage der früheren Latenezeit (550-400 v. Chr.), umschloss 14 ha Siedlungsland; auf der Hochfläche weitere Befestigungen, kleine mittelalterliche Kernburg; zahlreiche Siedlungsfunde 9.-11. Jh., Tuffquadermauer 12. Jh.

- Magnusturm, 1498 als Wart- und Signalturm neu errichtet, Verbindungsglied zwischen Rehberg/Kulmbach und Burg Zwernitz; 3,80 m dicke Mauer, Turmumfang 40 m, Höhe 20 m, ursprünglicher Einstieg auf halber Höhe.

  

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