10.09.2010, 23:00 Uhr
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An der Wiesent entlang Teil 7 Abstecher 2

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Gößweinstein - Tüchersfeld - Tiefer Grund - Kleinlesau - Zauppenberg - Schneiderloch - Neumühle - Rabenstein - Oberailsfeld - Unterailsfeld - Hungenberg - Kohlstein - Behringersmühle - Gößweinstein

Anfahrt: mit Pkw über A 73 bis Ausfahrt Buttenheim, Landstraße nach Ebermannstadt, B 470 über Streitberg und Muggendorf nach Behringersmühle, Abzweigung rechts nach Gößweinstein, Kreuzung links zum Schwimmbad

Parken: am Schwimmbad

Gößweinstein/Schwimmbad - Tüchersfeld - Tiefer Grund - Kleinlesau - Zauppenberg - Schneiderloch - Neumühle - 9 km - 2,5 Stdn.

Vom Parkplatz am Schwimmbad gehen wir links bergauf, folgen der Markierung schwarzer Ring. Oben an der Gabelung stoßen wir auf die Schilder des Vita-Parcours, die uns nun den Weg weisen. Bei der Station 5 wandern wir in den Wald, gehen an der folgenden Gabelung nach rechts und aufwärts. An der 8. Station verlassen wir den Trimm-dich-Pfad nach links und steigen einen kurzen Anstieg hinauf. Oben treffen wir wieder den Parcours und folgen ihm geradeaus zum August-Sieghardt-Felsen, den wir besteigen und die Aussicht zur Basilika und Burg Gößweinstein genießen. Nach dem Abstieg schreiten wir links durch den Wald weiter, verlassen dann den Wald, rechts der Wallfahrtsort, und ziehen auf dem Wiesenweg nach rechts Richtung Wald. Davor erreichen wir einen Teerweg, dem wir nach links folgen.

Vorbei an einer verwitterten Kreuzwegstation marschieren wir mit der Markierung schwarzer und roter Punkt am Waldrand entlang. Bald dringen wir in den Wald ein und gehen abwärts. An der nächsten Gabelung (Wegweiser) halten wir uns links und steigen gemütlich ab nach Tüchersfeld. An der Marienkapelle gehen wir links vorbei, überschreiten die Püttlach und B 470!! und gehen gerade in den Ort. An der Kreuzung wenden wir uns nach links, besichtigen kurz die Kirche und ziehen unter dem Fahnenfelsen vorbei. Wir wandern aufwärts zum Parkplatz und Einstieg für den Aussichtsfelsen, der Hin- und Rückweg dafür ist der gleiche.
Nun an der Straßengabelung mit dem grünen Punkt rechts, nach 250 Meter links in Feldweg und durch den Tiefen Grund. Im Grund kommen wir an zwei Höhlen vorbei, dem größeren Kühloch und dem Pferdsloch, schmale Steige führen hoch zu ihnen. Wir ziehen weiter durch das stille, romantische Waldtal, vorbei an den Drachenkopffelsen, bis zur Straße zwischen Pottenstein und Oberailsfeld, die wir nach halbrechts überschreiten, um gleich scharf links in einen Waldpfad einzubiegen. Der Pfad führt durch den Wald, dann am Waldrand entlang leicht aufwärts.

In den folgenden Querweg biegen wir links ein und wandern im Bogen nach Kleinlesau. Vor dem Ort gehen wir rechts einen Wiesenweg hoch zur Straße, marschieren am Wanderparkplatz mit Sitzgruppe vorbei und nehmen an der Gabelung mit Linde und kleiner Grotte den Weg nach links. Wir wandern auf dem Schotterweg an einem Wäldchen entlang, nehmen an der dreifach Gabelung den Mittelweg und kommen bald zur Straße nach Pfaffenberg. Wir halten uns aber links und gehen auf der Straße ins Tal und steigen wieder auf nach Zauppenberg. Im Ort ziehen wir mit der 1. Abzweigung (Wegweiser Neumühle) nach links und verlassen das Dorf. Zwischen Maschinenhallen hindurch geleitet der Weg nach rechts, abwärts und über eine Lichtung in den Wald.
Eine Pfadspur führt abwärts ins Ailsbachtal, zuvor ist noch eine Gabelung nach links zu nehmen. Auf einem Steg geht es über den Ailsbach, rechts an der Straße entlang bis zum Ende des Brückengeländers, dann links über die Straße in die Einfahrt zum Gasthaus Neumühle, Inh. Fam. Hösch, Tel. 09202 / 228

Neumühle - Rabenstein - Oberailsfeld - Unterailsfeld - Hungenberg - Kohlstein - Behringersmühle - Gößweinstein - 9 km - 2,5 Stdn.

Nach einer evtl. Einkehr gehen wir zurück zur Einfahrt, wenden uns aber nach links und steigen im Wald über einen Pfad mit vielen Stufen auf zur Burg Rabenstein. Dabei gibt es fast oben zwei Möglichkeiten sie zu erreichen: a) rechts, bald aus dem Wald und mit Querweg nach links oder b) links auf dem Promenadenweg. Vom Parkplatz vor der Burg gehen wir gerade zur Straße und auf ihr gut 500 Meter nach links. Kurz vor einem Bauernhof zweigen wir links in einen Feldweg ab, schreiten durch die Fluren und steigen im Wald dann ab nach Oberailsfeld.

Nach Erreichen des Ortsschildes ziehen wir auf der Straße in und durch den Ort, vorbei an der Kirche und dem Gasthaus Heldbräu. Die Talstraße und den Ailsbach überqueren wir und steigen am Bau der Heldbräu vorbei aufwärts. Hinter dem Haus folgen wir dem Talweg nach rechts und dringen bald in den Wald ein. Davor sollten wir uns noch einmal umdrehen und den Blick nach oben zum Radler auf dem Felsen erheben. Auf einem schönen Hangweg erreichen wir nach kurzer Zeit Unterailsfeld. Wir gehen rechts in den Ort, überqueren die Straße, ziehen am Backofen und Gasthaus Heinlein vorbei, und biegen danach links ab Richtung Hungenberg. Aufwärts geht es aus dem Ort und gerade in den Wald, der Weg darin wird immer steiler. Der Wald öffnet sich wieder, wir wandern aufwärts über eine Lichtung und einem Schotterweg nach Hungenberg. Im Ort schreiten wir weiter bergauf, gerade an der Kapelle vorbei.

Am Ortsende gehen wir an der Gabelung links Richtung Kohlstein. Auf der Straße kommen wir dorthin, gehen am Wirtshaus zur fröhlichen Runde (kernige Bauernbrotzeiten) rechts, ebenso an der nächsten Gabelung. Nun gerade aus dem Dorf, vorbei an einer Sitzgruppe und am Vogelherd (Flurname), einem Aussichtspunkt. Bald führt der Weg in den Wald und abwärts nach Behringersmühle. In den Querweg unten im Tal biegen wir rechts ein, schreiten an Ferienpensionen vorbei, und folgen dem Weg im Linksbogen zur Brücke über den Ailsbach. Unmittelbar danach zweigen wir links in einen Fußweg ein und gehen am Bach entlang zu dessen Mündung in die Püttlach. Die Püttlach selbst ergießt sich nach etwa 150 Metern in die Wiesent.

Dann unterqueren wir die B 470 und überschreiten danach den Püttlachsteg nach links. Am anderen Ufer gehen wir kurz nach links, dann rechts auf der Straße nach Gößweinstein aufwärts. Nach kurzem Anstieg über queren wir die Straße und steigen links in Karl-Brückner-Anlage ein. Über Stufen und einen steilen Pfad steigen wir aufwärts bis zum Aussichtspunkt. Wir verlassen den Steig nach links (Wegweiser Höhenbad), kommen bald aus dem Wald, überschreiten eine Lichtung und kehren auf dem Vita-Parcours zurück zum Parkplatz am Schwimmbad.

Mittelschwere, aussichtsreiche Rundwanderung mit einigen Steilanstiegen, Länge ca. 18,5 km

Einkehrmöglichkeiten: Gößweinstein, Tüchersfeld, Kleinlesau, Neumühle, Burg Rabenstein, Oberailsfeld, Unterailsfeld, Kohlstein, Behringersmühle

Sehenswertes:

- Gößweinstein,

Wallfahrtskirche (Basilika) zur hl. Dreifaltigkeit. Großartige Barockkirche mit zwei mächtigen Türmen und herrlicher Hauptfassade. Erbaut anstelle einer Kapelle in den Jahren 1730 bis 1739 durch den Fürstbischof Karl Graf von Schönborn nach den Plänen des berühmten Würzburger Hofbaumeisters Balthasar Neumann. Eine der schönsten und künstlerisch wertvollsten Kirche Frankens. Prachtvolle Stuckaturen und Malereien, die 200 Jahre dauerten, bis sie fertiggestellt waren. Der imposante Hochaltar birgt das Gnadenbild der Hl. Dreifaltigkeit vom Baumeister Johann Michael Küchel. Er bildet zusammen mit dem Marien- und Kreuzaltar ein Dreieck - Hinweis auf den Grundgedanken der Dreifaltigkeit. Votivkammer, in der Wachsfiguren, Puppen und Tafeln als Dank für Gotteserhörungen gesammelt werden. Über dem Hauptportal mit Freitreppe das Wappen der Grafen von Schönborn. An der Außenwand des Chores Grabdenkmal der freiherrlichen Familie von Mengersdorf/Würzburg, ein interessantes Kunstwerk aus dem Jahre 1588.

Neben der Kirche das schlossähnliche Pfarrhaus. Am Giebel das Wappen des Fürstbischof Freiherr Phil. Anton von Franckenstein (1747)

Franziskanerkloster, erbaut 1723 durch Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn, dessen Wappen über dem Portal.

Daneben die Klosterkirche St. Maria, errichtet 1631 durch Fürstbischof Fuchs von Dornheim. Zwischen dieser und dem Kloster die frühere Begräbnisstätte der Mönche. Daneben die Marienkapelle mit dem perspektivisch gestalteten Gitter von 1725

Burg, mit zinnengekröntem 17 m hohen Bergfried, auf steilem Fels 150 m über dem Wiesenttal thronend. Wundervoller Tiefblick und Fernsicht über die Fränkische Schweiz. Burgkapelle mit interessanten Malereien und spätgotischen Figuren des hl. Florian (1490) und der Muttergottes (um 1500). 40 m tiefer Ziehbrunnen und 7 m tiefes Verlies. Das Innere des Schlosses ist in gotischem Stil eingerichtet. Die Erbauung der Burg „Gozwinstein“ geht bis ins frühe 11. Jahrhundert zurück. Sie gehörte bis 1347 den Schlüsselbergern und wurde dann jahrhundertlang (bis 1803) ein Amtssitz der Bamberger Bischöfe. Im Bauernkrieg 1525 und in den markgräflichen Kriegen wiederholt zerstört, 1767 abermals aufgebaut. 1803 fiel sie an den bayerischen Staat. Ab 1859 Rentamtssitz. 1890 durch Freiherrn von Sohlern käuflich erworben und renoviert, dabei erhielt die Burg den mittelalterlich wirkenden Zinnenkranz.

Ortsteile: Behringersmühle, Kohlstein, Leutzdorf, Moritz, Sachsenmühle, Stempfersmühle, Wichsenstein,

- Tüchersfeld, bietet einen der schönsten, aber auch bekannter Anblicke in der Fränkischen Schweiz. 1243 erstmals mit zwei kleinen Burgen urkundlich erwähnt, nach der Verwüstung der unteren Burg im 30.-jährigen Krieg wurde dann 1760 der Judenhof errichtet. Die Häuser, in denen im 18. und 19. Jahrhundert Juden wohnten, ist seit 1985 Sitz des Fränkische Schweiz Museums. Vom Aussichtsfelsen Fahnenstein hat man einen eindrucksvollen Blick über das Tal. Die letzten Stufen des Aufstiegs stellen Relikte der zweiten Burg dar, die im 13. Jh. als Amtburg diente. Kirche. Imposanter Fachwerkbau der im Jahre 1575 erbauten Mühle.

Fränkische-Schweiz-Museum, das Landschaftsmuseum von überregionaler Bedeutung mit reichen, übersichtlich gegliederten Ausstellungen zu Geologie, Ärchäologie, Geschichte, Bäuerlicher Wohnkultur und Arbeitsweisen, Handwerksgeräte und Zunftwesen, Trachten, Brauchtum, Volksfrömmigkeit und Judentum vermittelt einen Überblick über alle Aspekte des Raumes.

- Neumühle, OT Ahorntal, im Ailsbachtal unterhalb von Burg Rabenstein, Gasthof - Pension.

- Burg Rabenstein, wurde 1180 von den Waischenfeldern erbaut. Sie hatte viele Besitzer. Auch wurde sie mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. 1570 wurde die Burg von Daniel von Rabenstein mit einer dreiflügeligen Renaissance-Anlage, die einen offenen Burghof umschloss, und einem Treppenhaus versehen, das Zugang zum Rittersaal war. Im 30. -jährigen Krieg wurde die Burg niedergebrannt, Graf von Schönborn ließ die Ruine 1830 neu gestalten und im ehemaligen Burghof ein idyllisches Blumengärtchen anlegen. 1976 wurde die Burg zu einem Hotel umgebaut, wobei das Blumengärtchen verschwand. Falknerei, Privatbesitz

Burg Rabenstein - Geschichtlicher Abriss

Wer noch vor einigen Jahrzehnten auf der Straße von Behringersmühle nach Bayreuth fuhr, gewahrte drei Kilometer nach Oberailsfeld bei einer Talwindung plötzlich vor sich die malerische Burg Rabenstein, die Perle des Ailsbachtales. Der älteste, ruinöse Bau - ganz vorne auf der Felsenspitze - ist im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts entstanden. Dieser kleine Ansitz gehörte zur Herrschaft Waischenfeld und kam nach dem Erlöschen der dortigen Dynasten an deren Erben, die Schlüsselberger. In diese Zeit - wohl kurz nach 1219 - fällt der Ausbau der Vorburg. Der alte Brückenbogen, der beide Wehrbauten verband, ist noch heute aus den Bauelementen zu erkennen.

Nach 1188 tritt ein Ministerialengeschlecht urkundlich hervor, das sich nach der Burg nannte. Es führte den Raben im Wappen. Doch im Laufe des 13. Jahrhunderts hatte es den Sitz Rabenstein aufgegeben und sich ins Ahorntal zurückgezogen. In der Folge saßen die Groß auf der Burg; sie nannten sich nach ihr Groß von Rabenstein. Als die Schlüsselberger 1347 erloschen, gelangte das Felsenschloss an die Burggrafen von Nürnberg, die es an verschiedene Adelige verliehen. 1400 übernahm Konrad von Aufseß die Burg. Dabei musste er sich dem Burggrafen gegenüber verpflichten, innerhalb von drei Jahren 900 Pfund Heller in sie zu verbauen. Dieser Passus lässt den Schluss zu, dass Rabenstein im Verlauf des Städtekrieges 1388 in Mitleidenschaft gezogen wurde, zumal das nur drei Kilometer entfernte Rabeneck ja tatsächlich eingenommen wurde. Im Hussitenkrieg scheint das Schloss verschont geblieben zu sein. Doch der Fürstenkrieg zwischen dem Markgrafen Albrecht Achilles von Brandenburg und Herzog Ludwig von Baiern-Landshut brachte 1460 die Zerstörung Rabensteins. Als nämlich 1489 Konz von Wirsberg von den Markgrafen Friedrich und Siegmund mit dem Burgstall und Wale (= Stelle einer ehemaligen Burg) Rabenstein belehnt wurde, war dies an die Bedingung eines Wiederaufbaues innerhalb von acht Jahren geknüpft. Wörtlich bekannte der Wirsberger: . . . das ich oder mein erben das vermelt wale Rabenstein in acht jaren den nebsten mit purcklichen paw zurichten und bezymern sollen ...

Der Neubau umfasste Vor- und Hauptburg; hinzu kamen die beiden Zwinger und die Halbrundtürme im Westzwinger sowie der heute noch stehende runde Wartturm auf überhöhtem Fels östlich des inneren Tortraktes. Nach dem Chronogramm 1495 am äußeren Tor war der Bau bereits nach sechs Jahren wieder aufgeführt.

Von den Wirsberg ging das Lehen kurz an die Stiebar und schließlich 1557 an die Rabenstein über, die damit nach etwa drei Jahrhunderten ihren alten, namengebenden Stammsitz zurück erworben hatten. Daniel von Rabenstein ließ 1570 die Burg entscheidend umbauen. In der Vorburg entstand eine dreiflügelige Renaissance-Anlage, deren Haupttrakt im Westen stand, von dem zwei Seitenflügel nach Osten vorsprangen und die dabei einen nach Osten offenen Innenhof bildeten. In ihm befand sich der runde Wartturm aus der Wirsberg-Periode und nun neu ein ebenfalls runder Treppenturm, dessen Ruinen bis 1829 standen. Seine gerundeten Fundamente waren noch 1974 im Keller unter dem Schlossgärtchen zu erkennen. Weiter fasste Daniel von Rabenstein die beiden Burgteile baulich zusammen. Graben und Felsspalt, die bisher Haupt- und Vorburg getrennt hatten, wurden zugemauert; der einstige Brückenbogen ist noch immer im Mauerwerk sichtbar. Ein weiterer Treppenturm führte zu den Räumen des sog. "Rittersaales", dem Bau auf der äußersten Südspitze. Die Wappen Daniels von Rabenstein und seiner Gemahlin Margarete von Kerppen zieren noch heute das Schlossportal, das nun - ebenfalls im Jahre 1570 - nach Einwölbung des ursprünglichen Vorhofes mit dem neuen Renaissance-Gebäude baulich verbunden und überdacht wurde. Über den breiten Graben führte eine Stein- mit anschließender Zugbrücke. Letztere ist inzwischen verschwunden, dafür die Brücke bis an das Schloss geführt. Es ist anzunehmen, dass der Wirtschaftshof damals schon ummauert wurde, obwohl die Ringmauer erst 1656 erwähnt ist. Von ihr sind noch immer schwache Reste in den Schlossanlagen wahrzunehmen.

Leider ging die schöne Burganlage im Dreißigjährigen Krieg zugrunde. Hans Christoph von Rabenstein hielt es mit den Schweden. Nach deren Abzug fiel das erbitterte katholische Landvolk um Waischenfeld, das vorher schwer zu leiden hatte, über die Burg her und brannte sie nieder. Der größte Teil des Schlosses blieb als Ruine liegen. Die Rabensteiner stellten lediglich einige Gebäude im Westen der ehemaligen Vorburg wieder her; sie selbst verlegten ihren Wohnsitz nach Kirchahorn und Weiher. Der Wirtschaftshof vor dem Graben mit seiner Ringmauer wurde jedoch völlig instandgesetzt; er musste ja die Einkünfte des Geschlechts gewährleisten. Weitere Baumaßnahmen sind aus den Jahren 1648 und 1656, ferner 1686 bis 1692 sowie 1728 nachgewiesen.

Mit Peter Johann Albrecht von Rabenstein starb 1742 das Geschlecht aus. Die Grafen von Schönborn-Wiesentheid empfingen Rabenstein vom Markgrafen als Rittermannlehen. Anlässlich eines angekündigten Königsbesuches ließ Graf Franz-Erwein 1829/30 die Halbruine umgestalten. Dabei mussten leider Ruinenteile eingelegt werden, darunter der 1570 errichtete Treppenturm im Innenhof. Dieser ehemalige Burghof wurde jetzt mit Erdreich aufgefüllt und damit ein reizender Burggarten geschaffen. Er war bis 1975 eine vielbesuchte Attraktion der Fränkischen Schweiz. Ganz einmalig war die malerische Verbindung von Ziergarten und Ruinenteilen - ein unvergessener Anblick - für jeden Besucher. Eine Radierung von Felix Grünewald aus dem Jahre 1829 sowie Zeichnungen von Ostertag und Lebschee veranschaulichen den Zustand der Ruine vor dem Umbau 1829/30. Gleichzeitig ließ der Graf zwischen der Ailsbachbrücke im Südwesten der Burg und der Schweinzmühle einen Landschaftsgarten anlegen, der die Ludwigshöhle und das Schneiderloch sowie die 1833 entdeckte Sophienhöhle mit einbezog. Letztere zählt zu den schönsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands. Hoch über ihr thront auf steilem Fels die romantische Kapelle Klausstein, deren Lage schon Ludwig Richter 1837 begeisterte.

Achtung, die Burg ist bis auf weiteres geschlossen (Stand Okt 2000)

- Oberailsfeld, St. Burkhardts-Pfarrkirche, erbaut 1769-71 von Wenzel Schwesiner, mit einem Kruzifix von Friedrich Theiler. Brauerei, Radlerfelsen

- Unterailsfeld, Backofen Bauernbrot

- Hungenberg, Albdorf, Kapelle

- Kohlstein, Burg, trutzig auf einer Bergkuppe gelegen, 1486 von Konrad V. von Hirschaid erbaut, ging 1536 in den Besitz der Groß von Trockau über. Schloß, nach der Zerstörung im Bauernkrieg ab 1636 erneuert. Der jetzige Schlossbau entstand 1707-14. In der barocken Schloßkapelle ein reich dekorierter Altar mit Altarblatt der Marienkrönung von 1740. Die Chorstühle mit hellem Schnitzreliefs stammen aus der Werkstatt Georg Reuß. Urige Wirtschaft, kernige Bauernbrotzeiten.

- Behringersmühle, OT Gößweinstein, einst befand sich hier nur eine Mahl- und Schneidmühle von 1751, heute Ferienort. Dreiflüsseort (Wiesent, Püttlach, Ailsbach), Endstation der Museumsbahn des Vereins Dampfbahn Fränkische Schweiz.

  

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