Auf den Spuren des letzten Postreiters
Mistelbach - Gesees - Sophienberg - Spänfleck - Hummeltal -
Mistelbach
Anfahrt: Landstraße über Pödeldorf, Tiefenellern, Abzweigung über
Laibarös und Drosendorf nach Hollfeld, weiter auf B 22 über Schönfeld,
Busbach und Eschen Richtung Bayreuth bis Abzweigung rechts nach Mistelgau, dort
links nach Mistelbach. Vorbei an Kirche, dann rechts abwärts in Mistelgrund.
Parken: großer Parkplatz Bahnhofstraße gegenüber Spielplatz
Mistelbach - Gesees - Sophienberg - Spänfleck - 9 km - 2 1/2 Stdn.
Vom Parkplatz gehen wir über die Bahnhofstraße und biegen links in
den Fuß-/Radweg, mit Wegweiser Postreiterweg (stilisierter Reiter) und blaue
Raute ein. Vorbei am Spielplatz und WC marschieren wir auf dem ehemaligen
Bahndamm (Timesstraße) geradeaus. Bei der Hausnummer 6 biegen wir rechts
ab und ziehen abwärts durch die Schnörleinsmühle. Bereits 50 m nach
der Überquerung der Mistel zweigen wir wieder rechts ab und streben
aufwärts zum Wald. Wir stoßen oben auf die Forkendorfer Straße,
auf welcher wir nach links Mistelbach verlassen.
Kurz nach dem Ortsschild biegen wir rechts in einen Feldweg ein und wandern
durch Felder zum Wald. Auf dem Querweg davor nach links und gerade, oberhalb des
Talbaches mit Thalmühle, am Waldrand entlang. Bald erreichen wir Gesees,
bewegen uns Am Tal kurz nach rechts und biegen sofort links in den
Fußweg ein. Durch die Straße Am Dunger kommen wir zur Hauptstraße,
die gerade überschreiten und im Kirchweg aufwärts gehen.
In der Linkskurve gehen wir rechts und gleich links über die alte Sandsteinbrücke,
vorbei am Pfarramt Tel. 09201 / 95216, Fax 796480, auf einem Sandsteinplattenweg
hoch zur evang. Kirche St. Marien. Nach der evtl. Besichtigung gehen wir
um die Kirche, über den Friedhof und beim Brunnen links abwärts durch das
Mauertor. Auf dem Schotterweg darunter wandern wir nach rechts
zur Straße nach Rödensdorf. Wir benutzen die Straße nur kurz, biegen
an der Gabelung rechts ab und marschieren auf den Sophienberg zu.
An der nächsten Gabelung halten wir uns links und steigen auf einem Betonweg
aufwärts. Auf dem folgenden Teerweg ziehen wir nach links, vorbei an einem
einsamen Bauernhof. Wir umwandern den Sophienberg Richtung Obernschreez.
Bevor wir es erreichen zweigen wir rechts ab und steigen aufwärts. Vor dem
folgenden Einödhof biegen wir links ab und laufen an einem Lamagehege
entlang. Wir folgen dem Wiesenweg gerade, leicht ansteigend, durch ein
Waldstück. In den nächsten Querweg biegen wir scharf rechts ein und folgen ihm
am Waldrand entlang. Dann dringt die Markierung blaue Raute links in den Wald
ein und führt auf einem Pfad hinauf zum Plateau des 593 m hohen Sophienberges.
Vorbei am Funkmast kommen wir zum Kriegerdenkmal. Nun wandern wir
links weiter und gehen auf dem Schotterweg, später Betonweg, in einer
Rechtsschleife abwärts. Wir stoßen auf einen Teerweg, ziehen nach links und
geradeaus. Die nächste Querstraße nehmen wir nach rechts, verlassen den Wald
und marschieren neben der lauten, sechsspurigen A 9 geradeaus. Bald treffen wir
wieder auf einen Querstraße, die und rechts zur Straße nach Gesees
führt. Neben dieser marschieren wir links ins nahe Spänfleck und kehren
ein im Gasthaus Zum letzten Postreiter, Telefon 09201 / 361.
Spänfleck - Hummeltal - Mistelbach - 8 km - 2 Stdn.
Vom Gasthaus aus gehen wir links, überqueren die Kreuzung und folgen der
Straße Richtung Pottenstein geradeaus. Etwa 200 Meter nach dem Kilometerstein
10 verlassen wir die Straße und biegen rechts in den Wald ein. Wir folgen
dem Forstweg über den Eichenreuther Berg, geradeaus durch eine Schranke.
Ca. 100 Meter nach einer Linkskurve zweigt unser Weg scharf nach rechts ab
(Wegweiser), führt durch einen Hohlweg abwärts und schließlich aus dem Wald.
An der jungen Mistel entlang wandern wir hinein nach Pettendorf,
steigen auf dem Ernteweg bergab zur Pottensteiner Straße.
Diese benutzen wir kurz nach rechts und biegen bei der Gaststätte
Seemannsruh links in die Kirchstraße ein. An der Gabelung gehen wir links
zur evang. Kirche. Am Kindergarten zweigen wir rechts in die Straße Heidloh
ab, überschreiten gerade die folgende Kreuzung und gehen bei der Wendeplattform
rechts abwärts.
Die Bayreuther Straße überqueren wir gerade in den Steinanger,
ziehen vorbei am Kindergarten, der Schule und dem Sportplatz. Gehen dann links
um die Ecke und leicht bergauf. Oben nehmen wir die Querstraße nach rechts,
überqueren danach den Zum Steingraben geradeaus und wandern auf
dem Schotterweg abwärts. Wir stoßen auf den R 1, folgen dem geteerten
Radweg rechts über den Bach und gerade, vorbei am Hirtenstein- oder Teufelsfelsen,
zurück nach Mistelbach. Durch den Thalweg kommen wir zur Bahnhofstraße
und zum Parkplatz.
Aussichtsreiche Rundwanderung mit einigen Steigungen, Länge 17 Kilometer,
ca. 5 Stunden Gehzeit.
Dazu gibt es ein Faltblatt in der Mappe Wanderparadies Rund um die
Neubürg, erstellt von der Regionalen Entwicklungsgesellschaft. Diese ist
erhältlich bei den Verkehrsämter der Mitgliedsgemeinden, den Ortsgruppen des
FSV oder in den Gaststätten am Weg.
Einkehrmöglichkeiten: Mistelbach, Gesees, Obernschreez, Spänfleck,
Pettendorf
Sehens- und Wissenswertes:
- Mistelbach, Landkreis Bayreuth, evang. St. Bartholomäuskirche am
Dorfplatz, ursprünglich die Schlosskapelle. Das älteste Mauerwerk stammt aus
dem 12. Jahrhundert, das Untergeschoss des Turmes wurde im 14. Jh. erbaut, das
Langhaus im 15. Jh., dieses wurde 1710 erhöht, um Raum für eine Empore zu
schaffen. Außerdem wurde in dieser Zeit das besonders sehenswerte
Holztonnengewölbe errichtet. Kath. Kirche Maria, Hilfe der Christen. Altes
Schloss, die Veste der Herren von Mistelbach wurde 1349 erstmals urkundlich
erwähnt, 1398 wurde das Schloss zerstört. Den Neubau von 1570 brannten die
Kroaten 1632 nieder, es folgte der Wiederaufbau. Die heutige Anlage entstand
1763 auf den Grundmauer des Vorgängerbaues und wurde im 19. Jh. verändert und
ergänzt. http://www.vg-mistelbach.de/
- Schnörleinsmühle, OT Mistelbach, Landkreis Bayreuth, erstmals 1405
in einem Lehnbuch erwähnt. Die ehemalige Mahl- und Schneidmühle hatte 2 Räder
mit jeweils 3,50 Meter Durchmesser. 1956 wurde der Betrieb eingestellt. Seit
1815 ist sie im Besitz der Familie Bär.
- Thalmühle, OT Mistelbach, Landkreis Bayreuth, die Mahlmühle wurde
1536 von Nikol von Heerdegen erbaut (er ließ auch eine Burg auf dem Sophienberg
errichten). Im 17. Jh. lag die Mühle Jahrzehnte lang wüst. Der Betrieb wurde
endgültig nach dem 2. Weltkrieg eingestellt.
- Gesees, Landkreis Bayreuth, Kirche St. Marien erstmals erwähnt
1321, Fundamentsreste gehen allerdings bereits auf die Zeit um 800 zurück. Nach
der Zerstörung im Hussitenkrieg erfolgte 1441 der Wiederaufbau als starke
Kirchenburg. Wegen der einstigen zehn Turmspitzen wurde sie als "Krone des
Hummelgaues" bezeichnet, heute ist nur noch ein Mauertürmchen erhalten.
Bis heute ist sie eine der besterhaltensten Wehrkirchen in Oberfranken. Die
heutige spätgotische Gestalt stammt aus dem 15. Jh. An der Innenmauer der
Kirchenburg befindet sich das ehemalige Glockenhäuschen von 1468 mit altem
Glockenstuhl. Auch im Kircheninneren finden sich zahlreiche historische
Kostbarkeiten. An die Brüstungen der Seitenschiffemporen malte R. H. Wunder
1785/86 Szenen aus dem Alten Testament und der Passion. Der Hochaltar im Stil
der gotischen Flügelaltäre stammt von J. G. Brenck (1673), Fassung und
Gemälde sind von C. Fuchs. Seit dem 11. Jh. war Gesees ein Marienwallfahrtort.
1806 wurde das alte Marienbild von napoleonischen Truppen entführt. Da die
Kirche auf schwierigem Grund steht und vom Einsturz gefährdet war, stellte man
sie bei einer Sanierung 1979 auf einen vielbeinigen Pfahlbau.
http://www.vg-mistelbach.de/Gesees/gesees.htm
- Ruine Schloss Sophienburg, auf dem Sophienberg. Ursprünglich war
die Erhebung der Kulmberg oder Culm. Zum Sophienberg
wurde er erst im 17. Jh., als Markgräfin Erdmuth Sophie ein Schlösschen, die
Sophienburg, errichten ließ. Auf der markanten Erhebung stand vermutlich schon
eine keltische Fliehburg. Auch ein germanisches Heiligtum der Erdgöttin Hertha
soll sich hier befunden haben. Es wird berichtet, dass die Grafen von
Blassenberg im 12. Jh. eine Burg errichteten und sich Edle von Colmberg nannten.
200 Jahre später verließen sie die Burg und sie verfiel. Der Berggeist soll
dafür gesorgt haben, dass kein Stein auf dem anderen blieb. 1498 ließ Markgraf
Friedrich der Ältere einen Wartturm errichten. Dieser brannte ab. Die durch
Nikol von Heerdegen 1513 errichtete Burg wurde 1553 zerstört. Auch die 1614 von
Markgräfin Marie erstellte Anlage verfiel bald darauf im Dreißigjährigen
Krieg. 1663 bis 1668 ließ Markgräfin Erdmuth Sophie ein neues Schloss bauen.
Sie war sehr naturverbunden und konnte dem höfischen Leben nicht viel
abgewinnen. Angeblich soll es in dem Schloss gespukt haben, vermutlich steckte
aber das Personal dahinter, das das höfische Leben vermisste, und zurück nach
Bayreuth wollte. Schließlich wurde das Schloss 1687 aufgegeben und verfiel. Die
Reste wurden wahrscheinlich von Bauern weggeschafft. An dieser Stelle steht
jetzt das Denkmal.
- Spänfleck, OT Gesees, Landkreis Bayreuth, direkt an der A 3,
Standort des Gasthauses "Zum letzten Postreiter", das aus dem Jahr
1860 stammt. Damals hieß es noch Zur Haltestelle, weil hier die
Marketender auf dem Rückweg von Bayreuth mit ihren Gespannen Halt machten. Den
jetzigen Namen bekam es 1969, als der Sohn der Wirtsleute, Konrad Täuber, die
Gaststätte übernahm. Er war bei der Post beschäftigt und trug bis zum August
1973 die Briefe und Pakete mit seinem Pferd Liesel aus. Täglich
legte er etwa 14 Kilometer zurück. Weil damals viele Zufahrtswege zu den
Einöden rund um den Sophienberg unbefestigt und schlecht waren, war das Pferd
dem Auto weit überlegen. Gern wird im Wirtshaus bei Bier und Brotzeit noch aus
der Zeit erzählt, als der Postreiter unterwegs war.
- Poppenmühle, OT Mistelbach, Landkreis Bayreuth, die ehemalige Mahl-
und Schneidmühle bestand schon 1398. Sie ist bereits vor dem zweiten Weltkrieg
stillgelegt worden.
- Eisenbahntrasse, der heutige Radweg Bayreuth - Hollfeld (R 1)
verläuft auf der alten Eisenbahntrasse von Bayreuth nach Hollfeld. 1904 fuhren
hier die ersten Züge, der Zugbetrieb wurde 1974 eingestellt.
- Finkenmühle, die vom Hackersbach betriebene Mahlmühle wurde
erstmals 1441 erwähnt, ist aber schon vor 1793 stillgelegt worden.
- Teufelsfelsen / Viertelstein, die Herkunft des 10 x 10 x 6 großen
Felsen nahe dem Radweg bei Mistelbach konnte man sich lange nicht erklären. So
entstand folgende Sage: Die Mutter zweier missratener Söhne bat ein
Zwergenvolk, den Teufel aus der Gegend zu vertreiben, weil dieser für das
Fehlverhalten der Söhne verantwortlich war.
Die Zwerge fanden den Teufel schlafend im Arzloch bei Mistelbach. Sie
fesselten ihn am Boden und Stauten den Bach, um ihn zu ertränken. Der Teufel
wachte allerdings auf, befreite sich und schleuderte den fliehenden Zwergen
einen Felsbrocken hinterher. Dieser landete im Tal, wo er heute noch liegt.
Seitdem wurde der Teufel in Mistelbach und im Arzloch nicht mehr gesehen. Die
missratenen Söhne fanden zu einem ehrbaren Leben zurück.